19. Oktober 2018


Hektargroßer Pilz wurde unterschätzt

In den 1980er Jahren wurde der Pilzriese (Armillaria gallica) in Michigan entdeckt. Damals wurde das Pilzgeflecht auf ein Alter von mindestens 1500 Jahren und ein Gewicht von etwa 105 kg geschätzt. Eine Neuschätzung kommt auf deutlich höhere Zahlen: vier Mal schwerer soll er sein, und mindestens 2500 Jahre hinter sich haben.

assorted color of mushrooms surrounded by trees
Photo by Vali S. on Pexels.com

Laborergebnisse belegten, dass es sich eindeutig um ein einzelnes Individuum handelt, das sich genetisch nur sehr langsam verändert. Lange Zeit galt der Pilz auf der oberen Halbinsel Michigans als das größte Lebewesen der Welt – diesen Titel musste er aber an einen Hallimaschen in Oregon abtreten. (Dazu mehr Infos hier.)

Der Pilz lebt als Schmarotzer zum größten Teil unterirdisch auf dem Wurzelgeflecht von Bäumen und Sträuchern. Er ist in Nordamerika, Europa und Asien zu finden.


Hunde klonen?

Selektive Zucht hat uns eine Vielfalt an Hunderassen beschert. Im Laufe der Jahre wurde die genetische Variation verringert und das Risiko, dass Hunde Krankheiten erleiden, erhöht.

Professor Mansfield der University of Melbourne stellte sich die Frage, was als perfekt gilt? Ein Mops fiele aus tierärztlicher Sicht nicht darunter, da die Rasse Probleme mit der Atmung habe und oft nachgeholfen werden muss, damit diese Hunde vernünftig atmen können. Aus diesem Zusammenhang kommt eine neue Frage auf: Wann wird es ein ethisches Problem, Tiere zu züchten, die aufgrund von intensiver Zucht leiden, auch wenn es von den Besitzern als „niedlich“ empfunden wird, wenn der Hund „ein bisschen schnieft“? Der Mops ist kein Einzelfall.

adorable animal breed canine
Photo by Burst on Pexels.com

Kritisch sei Züchtung generell nur, wenn es darum geht, auf extreme Weise bestimmte Merkmale (bsp. kurze Nasen) in einer Population (bsp. Mops) zu implementieren. Dies sei häufig mit Gesundheitsproblemen assoziiert. Hier könnte auch wieder die Frage aufgeworfen werden, was denn Perfektion sei? Aus welchen Blickwinkel wird die „Perfektion“ definiert? Außerdem würde Inzucht ein Problem werden, wenn die Population, mit der eine Rasse gezüchtet wird, immer kleiner wird.

Könnte es Mainstream werden, sein geliebtes Haustier zu klonen? Barbra Streisand hat es vorgemacht: Erklärung, warum sie es getan hat (New York Times). Momentan koste es A$50.000-A$100.000, um sein Haustier zu klonen. Außerdem könnte es den Halter enttäuschen, dass das Tier nicht exakt wie das verstorbene Tier sei.

Ende des (Trauer)leides: In Erinnerungen an die guten, alten Zeiten schwelgen, neue Erinnerungen mit einem anderen Tier erschaffen oder mit dem Klon des geliebten Tieres in der Vergangenheit leben?

In dem Bericht der University of Melbourne findet ihr mehr Information und weitere Perspektiven zu dem Thema.


Totengräber im Tierreich

Totengräber-Käfer verwandeln mit Mikroorganismen aus dem eigenen Darm Kadaver in nährstoffreiche Kinderstuben für ihre Larven – Wichtige Ressource für die Antibiotikaforschung in Gießen

Die Totengräber – Käfer ersetzen schädliche Mikroben mit nützlichen Mikroorganismen aus ihrem eigenen Darm, sodass sich die Larven des Käfers im Kadaver wohlfühlen. Die Mikroorganismen der Käfer sind nötig, um die Fäulnis, die nach dem Tod einsetzen würde, zu unterbinden. Außerdem werden die Schimmelpilze, die aus dem Boden kommend den Kadaver besetzen würden, vollständig ersetzt. 

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Ein Totengräber-Paar versorgt seine Jungen: Vater und Mutter haben einen toten Kleinnager konserviert. Foto: Shantanu Shukla, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie.

Der Leiter der Studie sagt, dass es ein faszinierendes Beispiel dafür sei, welche Methoden sich Lebewesen zu Nutze machen, um sich den Zugang zu Ressourcen zu verschaffen.

Nächster Schritt der Studie: Untersuchung des übertragenen Mikrobioms. Könnte es bei der Entwicklung neuer antimikrobieller Wirkstoffe beitragen?

Zur Pressemitteilung kommt ihr hier, außerdem findet ihr dort auch die Universitäten, die an der Studie beteiligt sind.


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