25. Januar 2019


Die Studie der EAT-Lancet Kommission

Unruhe bricht in den Reihen der Milch- und Fleischerzeuger weltweit aus. Der Grund für die Unruhe ist die Studie „Food in the Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems“ der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“, die am 16. Januar veröffentlicht wurde.

Es gilt die Herausforderung zu meistern, die globale Population mit einer nachhaltigen Ernährung versorgen zu können, die Sustainable Development Goals (SDGs) und das Pariser Abkommen zu erreichen. 

Die Produktionssysteme der letzten 50 Jahre spiegeln die heutigen Bedürfnisse der Humanernährung nicht mehr wider. In der Studie wird dargelegt, dass sich das Essverhalten weltweit ändern müsse, um dem Klimawandel den Kampf anzusagen und die Menschen adäquat mit Lebensmitteln versorgen zu können. Dabei soll die Ernährung so umgestellt werden, dass sie gesund und nachhaltig ist. 

Was ist denn überhaupt „gesunde Ernährung?

Photo by Stokpic on Pexels.com

Es wird erwähnt, dass es nicht die eine Ernährungsweise gibt. In der Studie wird eine „reference diet“ erläutert, welche als Beispiel einer gesunden Ernährung dient, an der sich orientiert werden solle. Eine solche Ernährung enthalte viel Gemüse, wenig tierische Lebensmittel und wenig Gemüse mit hohen Stärkegehalten. Tierische Lebensmittel werden in der Studie besonders in die Mangel genommen, da diese einen großen Einfluss auf die Gesundheit und die Nachhaltigkeit von Produktionssystemen hätten. 

Das Ziel sei es, mit dieser drastischen Umstellung der weltweiten Ernährung im Jahre 2050 ermöglichen zu können, dass 10 Mrd. Menschen gesund ernährt werden können.

Den Artikel „Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems“ könnt ihr hier nachlesen. Für die Ohren gibt es auch etwas: unter dem oben aufgeführten Link werdet ihr einen Podcast finden, den ihr Euch (auf Englisch) anhören könnt!

Wenn ihr die gesamte Studie nicht lesen möchtet, findet ihr hier eine Zusammenfassung der EAT-Lancet Studie.


Zur Anregung der eigenen Gedanken

Hier haben wir ein paar Reaktionen für Euch, wobei weiteres Forschen und Nachdenken durchaus anzustreben ist!

Weitere Artikel:


Sustainable Food Trust (SFT) unterstützt die Aussage des EAT-Lancet Reports, dass die globale Ernährung verändert werden müsse. Jedoch zeige sich das Fehlen von agrarwissenschaftlichem Wissen, da nicht bedacht wird, dass sich die Vorschläge für eine nachhaltige Ernährung nicht mit den Produktionsmöglichkeiten einer reinen nachhaltigen und „heilenden“ Landwirtschaft vereinen lassen.

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Außerdem betont SFT, dass der Fleischkonsum insgesamt gesenkt werden müsse. Man solle jedoch nicht zwischen Rind- und Geflügelfleisch unterscheiden, sondern eher darauf achten, welche Ernährungsgrundlage die Tiere hätten. Geflügel sei, was Getreide anbelangt, ein Konkurrent zum Menschen, während ein Rind, das sich von Gras ernährt, von dem sich der Mensch nicht ernähren kann, kein Konkurrent um eine Nahrungsquelle darstellt.

In dem Artikel Artikel „EAT-Lancet report’s recommendations are at odds with sustainable food production“ von SFT werden noch weitere konkrete Beispiele mit landwirtschaftlichen Hintergrund angeführt, mit denen die Studie der EAT-Lancet Kommission kritisch beäugt wird.


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Meat Management magazine äußert sich kritisch zu der Studie. Meat Management magazine arbeitet für die Fleischindustrie in GB. Kate Rowell befürchtet, dass sich die Gesellschaft ein Beispiel an den Mengenangaben in der Studie nehmen und den Konsum von rotem Fleisch entgegen den britischen Richtwerten senken könnte. Dabei sollte bedacht werden, dass Transport und Kohlenstoff-basierte Energiegewinnung mehr Schaden in der Umwelt anrichten würde.

Weitere Meinungen sind in dem Artikel „Meat industry reacts to EAT-Lancet report“ des Meat Management magazines lesbar.


Die WHO stellt einen Überblick, was eine gesunde Ernährung ist, zur Verfügung.

Die FAO betont, dass es eine gesunde Ernährung nicht nur auf der Nahrungsaufnahme beruht, sondern soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte auch eine Rolle spielen.


Psychology Today beleuchtet die Studie von einer kritischen und wissenschafltich-methodischen Seite. Die Autorin Georgie Ede beklagt darin die wagen, schwammigen Aussagen der Studie. Außerdem seien die vorgeschlagenen Mengen nicht auf wissenschaftlichen Studien belegt.

Den gesamten Artikel „EAT-Lancet’s Plant-Based Planet: 10 Things You Need to Know“ könnt ihr hier nachlesen.


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Science Media Centre zitiert drei Wissenschaftler, die die Lancet-Studie aus einem sozialen Blickwinkel beleuchten. So wird die Frage gestellt, inwiefern es möglich sei, das Essverhalten einer ganzen Nation (hier UK) umzustellen und inwiefern eine andere Ernährung überhaupt gesellschaftlich akzeptabel wäre. Die Studie sei ein guter Startpunkt, um gemeinschaftlich Essverhalten und -kulturen zu verändern.


Auf Twitter gibt es auch noch weitere Reaktionen bezüglich der Studie zu lesen! #EATLancet


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