20. Dezember 2019


Hormongesteuerte Wurzeln

Die vom Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) geförderte Arbeitsgruppe Luschnig konnte jetzt, in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Institute of Experimental Botany in Prag und dem IST-Klosterneuburg, einen weiteren Mechanismus entschlüsseln, der die zelluläre Konzentration von PIN-Proteinen reguliert. In umfassenden zellbiologischen Analysen zeigte sich, dass noch ein weiterer Pflanzenwuchstoff, das Steroidhormon Brassinosteroid, den Abbau von PIN-Proteinen kontrolliert.

PIN-Proteine, die an der Plasmamembran sitzen, transportieren Auxin weiter in andere Zellen. Werden sie ins Zellinnere transferiert, werden sie in der Vakuole – quasi dem Mistkübel der Pflanzenzelle – abgebaut. Dieser Prozess ist im Wachstum einer Pflanze immer wieder notwendig. Das Brassinsteroid jedoch blockiert diesen Prozess, sodass PIN-Proteine an der Plasmamembran verbleiben und weiterhin am zellulären Auxintransport beteiligt sind. Das Brassinosteroid ist somit ein Masterregulator der PIN-Proteine und somit indirekt für die Anpassungsprozesse der Pflanzen verantwortlich.

Dieser Mechanismus konnte auch durch mathematische Modellierung bestätigt werden, in der erstmals die dynamische Veränderung der Auxinverteilung in Abhängigkeit variabler PIN-Aktivitäten innerhalb der Wurzel simuliert dargestellt werden konnte. 

Diese Erkenntnis könnte in Zukunft gezielt zu einer verbesserten Anpassungsfähigkeit von Nutzpflanzen beitragen und so für die Landwirtschaft von großer Bedeutung sein.

Weitere Informationen:


Die Digitalisierung schreitet voran, wir gehen mit?

Neue App „SmartFarmCheck“ der Hochschule Osnabrück: So halten landwirtschaftliche Betriebe mit der Digitalisierung Schritt

Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Teilprojekts COALA im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum, Lutz Plagge (2. v. l.) und Marlene Bittner (2. v. r.), präsentieren die neue App auf der weltgrößten Landwirtschaftsmesse Agritechnica. (Foto: Hochschule Osnabrück)

Wie groß sind meine Felder durchschnittlich? Wie viele Kulturen werden in meinem Betrieb angebaut? Wie viele Felder werden von mir bewirtschaftet? Benutze ich Orientierungshilfen, wenn ich dünge? Säe ich selbst aus oder wird dies durch Dienstleister erledigt? Nutze ich bereits Software wie beispielsweise eine Ackerschlagkartei? Mit der Beantwortung dieser und anderer Fragen erhalten Anwendende der neuen App „SmartFarmCheck“ Antworten darauf, in welchen Bereichen des landwirtschaftlichen Betriebes Schritt für Schritt digitalisiert werden kann.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen“, hat ein Expertenteam der Hochschule Osnabrück ein Potenzialanalyse-System für Agrarbetriebe entwickelt: „SmartFarmCheck“. Diese App ist sowohl im App Store als auch im Google Play Store kostenlos erhältlich. Sie hilft Landwirtinnen und Landwirten, ihren Betrieb wie u. a. GPS-gestütztes Lenksystem, Section Control oder Digitales Büro auf die Digitalisierung vorzubereiten.

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Auswirkung der Städte auf biologische Vielfalt

Die direkten Folgen des Städtewachstumes sind anscheinend weitaus geringer als die indirekten Auswirkungen außerhalb der Städte. Dazu gehören die Freisetzung von Treibhausgasen, die weltweit zu einer Veränderung des Klimas führen, oder der zunehmende Bedarf an Lebensmitteln und anderen Ressourcen, der eine veränderte Landnutzung zur Folge hat. Ein Forscherteam von der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy (TNC), dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und anderen Forschungseinrichtungen hat die direkten und indirekten Auswirkungen des Städtewachstums auf globaler Ebene untersucht. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Nature Sustainability“ veröffentlicht.

Photo by Philipp Birmes on Pexels.com

Nie ist das Städtewachstum so schnell vorangeschritten wie in der heutigen Zeit – Prognosen zufolge wird die urbane Bevölkerung bis 2030 um zwei Milliarden Menschen anwachsen. Dies entspräche der Entstehung einer Stadt der Größe New Yorks alle sechs Wochen. Doch was wissen Wissenschaftler überhaupt darüber, wie sich das Städtewachstum auf die biologische Vielfalt auswirkt – und was nicht? Um diese Frage zu beantworten haben Wissenschaftler mehr als 900 Studien untersucht. Die Arbeit des internationalen Forscherteams wurde vom Synthesezentrum sDiv am iDiv finanziert.

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Das Redaktionsteam von AgrarDebatten.blog wünscht Euch eine erholsame Zeit mit der Familie und besinnliche Tage. Wir haben uns gefreut, Euch in diesem Jahr mit interessanten Beiträgen aus den Agrarwissenschaften versorgt zu haben. Daher wünsche wir Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr(zehnt)! Wir hoffen, dass Ihr uns als interessierte Leser/innen erhalten bleibt und wir Euch auch im nächsten Jahr zu unseren Lesenden zählen dürfen. Damit Euch unsere Inhalte weiterhin ansprechen und interessieren, meldet Euch bei uns mit Themenvorschlägen – Kritik und Verbesserungsvorschläge nehmen wir natürlich auch an!

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