6. März 2020


Erbsen sollen Soja ersetzen

Der bei weitem größte Teil der weltweit angebauten Sojabohnen wird für Tierfutter verwendet. Das ist besonders hinsichtlich der massiven Umweltschäden in den Herkunftsländern problematisch. Am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wird daher zusammen mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zu heimischen Alternativen geforscht. Um denselben Nährwert wie Soja zu liefern, sind allerdings spezielle Behandlungen notwendig.


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Soja ist vor allem aufgrund seines hohen Eiweißanteils ein beliebtes Futtermittel. Der Anbau steht jedoch aus mehreren Gründen in der Kritik. Der Großteil der vor allem in Südamerika angebauten Sojabohnen ist gentechnisch verändert, was europäische Verbraucher zunehmend ablehnen. Zudem werden wichtige Naturflächen wie Regenwälder zerstört und der Transportweg ist lang. Alles in allem ist die Umweltbilanz von Soja schlecht, weswegen das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) die Suche nach Alternativen unterstützt. Die MLU und das LfULG werden für das Projekt SilaToast gefördert, welches den Einsatz der heimischen Hülsenfrüchte Erbse und Ackerbohne testet. „Dabei geht es vor allem darum, den Futterwert regional erzeugter Futtermittel durch Fermentation und Erhitzung so zu verbessern, dass sie Sojaprotein quantitativ und qualitativ ersetzen können“, sagt Prof. Dr. Olaf Steinhöfel, Honorarprofessor an der MLU und Leiter des Vorhabens am LfULG. Das ist jedoch nicht die einzige Motivation. „Die einheimischen Leguminosen bringen auch viele Vorteile für die Landwirtschaft, die Umwelt und das Klima“, sagt Annette Zeyner, Professorin für Tierernährung an der MLU. Sie lockern den Boden auf und speichern Stickstoff aus der Luft, wozu andere Pflanzen nicht in der Lage sind.

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Launische Kühe

Wenn man nach den neuesten Erkenntnissen der University of British Columbia geht, durchleben auch Rinder eine Pubertät, in der sich die Persönlichkeit verändert. WissenschaftlerInnen untersuchten in einer Langzeitstudie diese Persönlichkeitsveränderungen an Milchkühen. Zum ersten Mal wurde in Rahmen einer Studie solch eine Persönlichkeitsveränderung an landwirtschaftlichen Nutztieren untersucht.

Um die Persönlichkeit zu testen, wurden die Kühe in ungewohnte Situationen (neue Umgebung, fremder Mensch oder ein ungewohnter Gegenstand) gebracht, während das Verhalten der Tiere dokumentiert wurde. Während manche Kühe oder Kälber neugierig die neue Situation erkunden, bleiben manche Tiere einfach stehen und scheinen uninteressiert zu sein. Aufgrund dieser Beobachtungen können den Tieren Charaktereigenschaften wie mutig und erforschend zugeteilt werden.

Die Studie zeigt, dass sich in dem ersten Lebensjahr die Charaktereigenschaften kaum ändern. Jedoch seien Veränderungen vor der Geschlechtsreife zu erkennen, wenn die Tiere pubertieren. Ähnliche charakterliche Veränderungen konnten zuvor auch in Tintenfischen, Fischen, Hamstern und Mäusen beobachtet werden.

Durch Erkenntnisse über das Verhalten von Kälbern und Kühen lassen sich Rückschlüsse auf die Leistung ziehen, bspw. fressen neugierige Tiere mehr zeigen weniger Angst vor Menschen. Zukünftig sollen Landwirte aufgrund der Charaktereigenschaften ihrer Tiere auf deren Belastbarkeit schließen können.

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Ernährungsbewusste Hummeln

Sterben Bienen an falscher Ernährung? Professorin Sara Diana Leonhardt erforscht mit ihrer Arbeitsgruppe am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München (TUM) die Interaktionen von Pflanzen und Insekten. Im Rahmen von Verhaltensversuchen analysiert ihr Team, wie Hummeln die Nahrungsqualität einschätzen und wie Nahrung unterschiedlicher Qualität ihr Wohlergehen beeinflusst.

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Bienen sind wichtig für unsere Umwelt und Ernährung. Ohne Bestäubung durch Tiere können sich viele Pflanzen, auch viele Nutzpflanzen, nicht vermehren. „Das Bienensterben hat demnach auch Auswirkungen auf das Nahrungsangebot für den Menschen“, so die Professorin für Pflanze-Insekten Interaktionen Sara Leonhardt. Sämtliche der weltweit über 20.000 Bienenarten seien hier in den Blick zu nehmen. Besonders wichtig sind dabei neben der Honigbiene auch Hummeln.

„Bienen beziehen die meisten Nährstoffe aus ihrer Hauptnahrungsquelle, Nektar und Pollen. Während Nektar hauptsächlich eine Quelle für Kohlenhydrate ist, enthält Pollen die meisten anderen benötigten Nährstoffe: Eiweiß, Fett, Mineralien und Vitamine. Bisher glaubte man, dass sie, wie andere Pflanzenfresser, dabei vor allem auf den Eiweißgehalt ihrer Nahrung achten“, erläutert Leonhardt.

Mit einem zweistufigen mechanistischen Ansatz, der sowohl Lern- als auch Fütterungsversuche beinhaltet, beschreitet die Gruppe einen neuen Weg, um die Ernährungsgewohnheiten von Insekten buchstäblich unter die Lupe zu nehmen.

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