21. August 2020


Herbizide stärken Pflanzenwachstum?

Die Dosis macht das Gift – was Paracelsus einst als Grundregel für die Entwicklung von Heilmitteln für den Menschen formulierte, gilt auch für Pflanzen: Giftige Substanzen wie Unkrautbekämpfungsmittel können das Pflanzenwachstum durchaus fördern, sofern ihre Konzentration nicht zu hoch ist.

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Die Agrarwissenschaftlerin PD Dr. Regina Belz beschäftigt sich an der Universität Hohenheim schon länger mit diesem Phänomen: „Hormesis kann nicht nur durch Herbizide ausgelöst werden, sondern auch durch andere Pestizide und Umweltschadstoffe, darunter auch Ozon. Selbst natürliche Metabolite von Pflanzen können diesen Effekt verursachen.“ Sie vermutet, dass der Stress, den ein Giftstoff verursacht, Reaktionen in den Zellen auslöst, die letztendlich zu einer Art „Abhärtung“ führen und die Pflanze fitter gegen erneute Stresseinwirkungen machen. 

Ihr besonderes Interesse gilt den Auswirkungen, die dieses Phänomen für die Pflanzenproduktion, die Unkrautbekämpfung und andere Pflanzen haben kann, die nicht Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen sind. 

Hormesis hat potenziell Auswirkungen auf Landwirtschaft, Umwelt und Evolution.

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Ach du dicke Hummel!

In den letzten 200 Jahren hat sich der Lebensraum von Hummeln und anderen Insekten stark verändert: Sie leben seltener in ländlichen Regionen und auf Wiesen, sondern häufig umringt von Straßen und Betonwänden. „Städte haben für Hummeln Vor- und Nachteile: Einerseits gibt es durch private und botanische Gärten, Stadtparks und mit Blumen bestückte Balkone ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Andererseits ist es in Städten deutlich wärmer als im Umland. Zudem entstehen durch Straßen und große Gebäude deutlich kleinere, voneinander mehr oder weniger stark getrennte Lebensräume“, sagt Dr. Panagiotis Theodorou vom Institut für Biologie der MLU, der die Studie als Wissenschaftler an der MLU und bei iDiv geleitet hat. 

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Das Team von Biologinnen und Biologen der MLU wollte herausfinden, ob die Verstädterung Folgen für die Evolution von Hummeln haben könnte und ob sich diese möglicherweise daran anpassen können. Dafür sammelten sie mehr als 1.800 Hummeln in neun Großstädten und deren ländlicher Umgebung. Die Arbeit konzentrierte sich auf drei in Deutschland häufig vorkommende Arten: die Steinhummel (Bombus lapidarius), die Ackerhummel (Bombus pascuorum) und die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris). Jede gefangene Hummel wurde vermessen. Außerdem beobachteten die Forscherinnen und Forscher an jedem der insgesamt 18 Standorte, wie oft Hummeln eigens gezüchtete und vor Ort ausgesetzte Rotkleepflanzen besuchten. Daraus wurde im Anschluss die Bestäubungsleistung berechnet. Dabei zeigte sich: „Tatsächlich waren die Hummeln aus urbanen, stärker fragmentierten Gebieten im Durchschnitt deutlich größer als ihre Artgenossinnen auf dem Land, um etwa vier Prozent“, sagt die Biologin Dr. Antonella Soro von der MLU. Die Ergebnisse waren für alle drei Hummelarten gleich.

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Heimische und krisenfeste Lebensmittel

Das Institut für Marketing und Innovation an der Universität für Bodenkultur Wien führte im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung eine Studie zu Motiven für den Kauf heimischer Lebensmittel und zur Bedeutung der Landwirtschaft in Österreich – gerade in Krisenzeiten – durch. Die Ergebnisse der Studie, an der 500 repräsentativ ausgewählte Haushalte teilnahmen, wurde am 24.07.2020 in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Studienautorin Univ. Prof. Dr. Petra Riefler, Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Dr. Kurt Weinberger (Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung) vorgestellt.

Von links: Dr. Kurt Weinberger (Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung), Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Studienautorin Univ. Prof. Dr. Petra Riefler (c) BOKU ÖA/Bettina Fernsebner-Kokert

Heimische Herkunft entscheidet über Kauf

„Produkte aus der Region haben definitiv an Bedeutung gewonnen“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger und ergänzt: „Ein neues Bewusstsein für Lebensmittel, deren Qualität und für die Arbeit derjenigen, die sie produzieren, ist entstanden.“ Die Studie zeigt eindeutig: Regionalität liegt beim Kauf von Lebensmitteln voll im Trend. In simulierten Wochenendeinkäufen entschieden sich die Haushalte in 2 von 3 Fällen für österreichische Lebensmittel. Die heimische Herkunft bringt damit den höchsten Nutzen aus Sicht der Haushalte und hat das stärkste Entscheidungsgewicht. Stand ausschließlich importierte Ware zur Auswahl, gab fast die Hälfte der Befragten an, gänzlich auf den Kauf des Lebensmittels zu verzichten anstatt importiere Lebensmittel zu wählen.

Konsumenten und Konsumentinnen geht es beim Kauf heimischer Lebensmittel einerseits um die Unterstützung des Wirtschaftsstandortes und der Bauern, andererseits beurteilen sie heimische Lebensmittel sehr viel positiver als importierte Lebensmittel. „Heimische Lebensmittel werden als nachhaltiger, strenger kontrolliert – und nach den rezenten Erfahrungen – auch als krisensicherer wahrgenommen“, so Studienautorin Petra Riefler.

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