Podcast: Wildbienen in der Agrarlandschaft

Die Landwirtschaft ist mit Abstand die wichtigste Landnutzungsform in Deutschland, aktuell mit ca. 51% Flächenanteil. Das Artensterben findet im Wesentlichen dort statt, auch wenn es im Siedlungsraum (rund 14 %) ebenfalls bedenkliche Fehlentwicklungen gibt, die aufgrund des geringen Flächenanteils allerdings deutlich weniger ins Gewicht fallen. Die naturfeindlichen Schottergärten sind aber zweifellos auch ein Problem, vor allem, weil sich hier die Entfremdung des Menschen von der Natur und eine übersteigerte – und sehr biodiversitätsfeindliche – Ordnungsvorstellung manifestiert. Um das Aussterben von Arten zu stoppen, muss dort angesetzt werden, wo es stattfindet, und an der aktuellen landwirtschaftlichen Praxis etwas geändert werden. Es handelt sich dabei um ein systemisches Problem und nicht um individuelle Schuld einzelner Beteiligter. 

Photo by Michelle Reeves on Pexels.com

Im Jahr 2018 wurde mit dem Arbeitskreis Wildbienen der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V.  ein Zusammenschluss aus Wissenschaft, Naturschutz und Zivilgesellschaft gegründet, der sich seitdem intensiv mit der mit Erforschung & Schutz der Wildbienen-Fauna in Südniedersachsen befasst . Von den knapp 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten kommen rund 370 auch in Niedersachsen vor, und von diesen konnten bisher rund 260 auch in Südniedersachsen nachgewiesen werden. Eine hohe Diversität, die aber gleichzeitig mit einer besonderen Verpflichtung für ihren Erhalt einhergeht. Der AK Wildbienen und die BSG setzen sich deshlab auf verschiedenen Ebenen für den Schutz der Wildbienen-Vielfalt ein, u.a. mit dem von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung bezuschussten Projekt „Förderung von Hotspots der Wildbienen-Vielfalt in Süd-Niedersachsen. Arten erhalten | Biotope entwickeln | Vielfalt erleben“ . Ein besonderer Fokus liegt bei den Aktiven des AK Wildbienen auch auf der Förderung der Wildbienen-Vielfalt in der Agrarlandschaft, da hier besonders starke Rückgänge zu verzeichnen sind und bisher ergriffene Maßnahmen offensichtlich nicht ausreichen, um den Artenschwund aufzuhalten

Wie ist die Lage der Wildbienen-Vielfalt in der Agrarlandschaft aktuell, was sind besondere Gefährdungsursachen und welche (praktischen) Ansätze kann es für einen besseren Schutz geben?

Unser Redaktionsmitglied Lena Rieseweber hat Dr. Annika Haß, Abteilung für funktionelle Agrobiodiversität der Uni Göttingen und Fionn Pape, Vorstandsmitglied der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen, beide aktiv im Arbeitskreis Wildbienen, zu diesem Thema befragt.

Das Interview liefert Antworten auf die folgenden Fragen:

1) Wildbienen kamen bis vor einigen Jahren noch recht zahlreich in Agrarlandschaften vor, inzwischen zählen sie jedoch zu den Insektengruppen mit dem höchsten Anteil an gefährdeten Arten – Wie kommt es zu dieser Entwicklung, bzw. was sind die Hauptursachen für einen derartigen Rückgang der Wildbienen in unseren Agrarlandschaften? 

2) Welche Maßnahmen in Agrarlandschaften wären sinnvoll und notwendig, um dem Artenverlust entgegenzuwirken und worauf muss dabei explizit geachtet werden? Also was benötigen Wildbienen für eine effektive und nachhaltige Förderung?

3) Welche Rolle spielt die Wildbiene in Agrarlandschaften? Warum ist es so wichtig die Wildbiene nachhaltig zu fördern?

4) Nun gibt es bereits einige Agrar- und Umweltmaßnahmen zur Förderung der Biodiversität einschließlich der von Wildbienen. Inwieweit sind diese bereits bestehende Agrarumweltmaßnahmen geeignet, um die Biodiversität der Wildbienen zu fördern?

5) Was kann man auch als Privaterson tun, um Wildbienen nachhaltig zu fördern? 

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