9. Oktober 2020


Wölfe und Nutztiere gleichzeitig schützen?

Der Anblick eines Wolfs in freier Wildbahn, wie auf diesem Bild aus einer Wildtierkamera der Forschenden, erzeugt die unterschiedlichsten Reaktionen. Die Nachwuchsforschungsgruppe um Hannes Koenig (ZALF) untersucht, wie Konflikte zwischen dem Menschen und Wildtieren minimiert werden können. Quelle: © Michler

Wildtiere in der Landwirtschaft: ZALF stellt Entscheidungshilfen für den Umgang mit dem Wolf vor

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. untersucht im Rahmen einer Nachwuchsforschergruppe, wie sich Konflikte zwischen Wildtieren und Menschen in der Landwirtschaft reduzieren lassen. In der Zeitschrift „Conservation Biology“ stellen ZALF-Forschende nun einen Bewertungsrahmen vor, der Behörden und Politik im Umgang mit dem Wolf besser unterstützen soll.

Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind immer auch Lebensraum. Wenn Wildtiere auf Feldern ihre Nahrung suchen oder Nutztiere auf Weiden reißen, kann das für landwirtschaftliche Betriebe zum Problem werden. Das konfliktträchtigste Beispiel ist wohl der Wolf. Mehr als 100 Rudel sind seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nachwuchsforschungsgruppe „Mensch-Wildtierkonflikte in Agrarlandschaften“ am ZALF wollen herausfinden, wie sich in der Landwirtschaft das Risiko für durch Wildtiere verursachte Schäden vermeiden lässt. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Tansania und Kanada hat die Gruppe um den Leiter Dr. Hannes König einen wissenschaftlichen Bewertungsrahmen erarbeitet, der dabei unterstützen soll, durch Wölfe verursachte Schäden zukünftig besser einzuschätzen und Entscheidungshilfen für geeignete Maßnahmen bereitzustellen.

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Borkenkäfer im Schach halten

PHENIPS plus – Österreichweite Online-Überwachung der Borkenkäferentwicklung

Auf der Online-Plattform PHENIPS plus können sich jetzt Waldbesitzer*innen über den räumlichen und zeitlichen Verlauf der Aktivität und der Entwicklung des Buchdruckers informieren. Quelle: BoKu Wien

Forscher und Forscherinnen des Instituts für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz der BOKU Wien haben im Juli 2020 mit PHENIPS plus ein landesweites, digitales Frühwarnsystem für Borkenkäferbefall als Internet-Anwendung etabliert. In den nächsten fünf Jahren bietet PHENIPS plus eine Plattform, die Waldbesitzer*innen als Informationsportal und Entscheidungshilfe dienen wird. Das ermöglicht eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und trägt zum Schutz der heimischen Wälder bei.

Europas Wälder geraten durch die Klimaänderung und durch extreme Wetterereignisse zunehmend in Bedrängnis. Insbesondere die „nervöse“ Fichte reagiert sehr sensibel und rasch auf den Klimawandel. Schadereignisse wie Wind- und Schneebruch, hohe Temperaturen und Niederschlagsdefizite haben ihre Abwehr gegenüber Befall durch Borkenkäfer, vor allem dem Buchdrucker, geschwächt. Dies hat gebietsweise bereits zu einem flächigen Absterben von Fichtenwäldern und zu einem noch nie dagewesenen Anstieg an Schadholznutzungen durch Borkenkäferbefall in Österreich und in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas geführt. […]

Durch eine Forschungskooperation zwischen der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) soll mit dem Forschungsprojekt PHENIPS plus eine umfassende Online-Plattform geschaffen werden. Waldbesitzer*innen erhalten dort in Zukunft wichtige Informationen zur aktuellen Entwicklung des Buchdruckers, zur Gefährdung ihrer Wälder sowie zum regionalen Ausmaß des Buchdruckerbefalls. Diese Informationen sollen mit Handlungsempfehlungen verknüpft werden. „Mit fortschreitender Klimaänderung ist mit einer weiteren rasanten Zunahme der Borkenkäferproblematik auch in teils unzugänglichen Gebirgsschutzwäldern zu rechnen. Als digitales Werkzeug für Waldbesitzer*innen soll PHENIPS plus einen wesentlichen Beitrag für ein rascheres Reagieren und für die rechtzeitige Umsetzung von Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Massenvermehrungen des Buchdruckers leisten“, so der Leiter des Projekts, Thomas Kirisits. Das Forschungsprojekt PHENIPS plus wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, allen neun Bundesländern und der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) finanziert.

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Weg mit dem Plastik

EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung der Uni Hohenheim unterstützt Markteinführung innovativer Verpackungen, die Lebensmittel- und Verpackungsabfälle reduzieren

Photo by mali maeder on Pexels.com

Die Erfindung von Kunststoffen hat unsere Welt verändert. Allerdings nicht nur zum Positiven: Plastik findet sich auch da, wo es nichts zu suchen hat – als schwimmende Inseln im Meer oder als Mikroplastik in unserem Essen. Doch nicht nur Kunststoffe, auch Lebensmittel landen tonnenweise im Abfall. Dies ist nicht nur eine Verschwendung von Ressourcen, sondern belastet auch in zunehmendem Maße Mensch und Umwelt. 

Deshalb hat sich das Forschungsprojekt MyPack zum Ziel gesetzt, die Markteinführung innovativer Verpackungen zu unterstützen, um sowohl Lebensmittel- als auch Verpackungsabfälle und deren negativen Einfluss auf die Umwelt zu reduzieren. Im Fokus stehen biologisch abbaubare und kompostierbare Verpackungen, Verpackungen aus erneuerbaren Rohstoffen, oder spezielle Verpackungen, die etwa durch eine reduzierte Luftdurchlässigkeit die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern.

Dabei sind die Anwendungsbereiche breit gefächert – von der Verpackung für gebrauchsfertig geschnittenen Salat bis hin zur Herstellung von Schalen für Babynahrung. Doch die Forscher untersuchen nicht nur die Auswirkungen auf die Umwelt und die industrielle Umsetzbarkeit, sondern auch die Akzeptanz durch die Verbraucher.

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Nobelpreis für Gen-Schere

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Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat in diesem Jahr Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier, Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene für ihre bahnbrechenden Arbeiten zu CRISPR-Cas9, einem Werkzeug zur Genom-Editierung, mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Sie teilt sich den Preis mit Jennifer Doudna, Molekularbiologin an der University of California, Berkeley.

Alle weiteren Informationen erfahrt in der Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Dort bekommt ihr einen Einblick in die Arbeit der geehrten Wissenschaftlerin, die sich mit der Gen-Schere Pathogenen widmet.


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